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BauherrenEv. Kirchengemeinde Oberkaufungen
ArchitektReith + Wehner, Fulda
Bauzeit2009 - 2015
Baukosten1.860.000 €
Nutzfläche2300 m²
BRI12.800 m³
Unsere Leistungen:
  • HOAI §64, LP 2-6, 8
  • Fachbauleitung
  • Holzschutztechnisches Gutachten
Planungsaufgabe und Objektspezifische Umsetzung:
  • Ergänzung der Schadensaufnahme,
  • Holzschutztechnische Beratung,
  • Tragwerksplanung,
  • Fachbauleitung

Über der Vierung waren erhebliche Verformungen in der Decke vorhanden. Frühere Generationen haben durch Einbau eines Überliegers versucht die Standsicherheit zu verbessern und die Verformungszunahmen auszuschließen, ohne Erfolg.

Unsere Planung verbindet die vorhandenen Bauelemente Unterzug und Überlieger durch den reversiblen Einbau von Zugstreben zu einem Fachwerkträger. Standsicherheit und Steifigkeit konnten so mit geringem Aufwand erheblich verbessert werden, so dass der Einbau einer dämmenden Leichtlehmschicht problemlos möglich war.

Die Außenwände der Seitenschiffe sind stark geneigt und wurden durch Vernadelung und Injektion stabilisiert. Wegen der empfindlichen Bemalung auf der Innenseite ist die Maßnahme auf wenige Aussteifungspfeiler reduziert. Der Kalkmörtel für die Injektion ist aufgeschäumt und trägt weniger Wasser ins Mauerwerk ein.

Der Spitzsäulen-Dachstuhl über dem Mittelschiff hatte umfangreiche Schwamm-Schäden an den Dachfußpunkten. Vom Tragwerksplaner wurde zusammen mit dem Holzschutzsachverständigen im Büro HAZ ein differenziertes Programm für die Bekämpfung und die Reparatur mit minimierten Rückschnittslängen realisiert.
Die Hochhängung der Deckenbalken an die Spitzsäulenebene war in gotischer Bauweise ohne eiserne Zugbeschläge realisiert. Bei rechnerischem Ansatz der Tragfähigkeit von hist. Zapfen und Holznägeln mit Modellen aus der aktuellen Forschung wurden für die neu hinzukommenden Lasten filigrane Hinzufügungen geplant.
Einen umfangreichen Schwamm-Befall gab es auch unter dem konstruktiv problematische Ansatz der Seitenschiffdächer an das Mittelschiffdach. Die heute klimatisch dem Innenraum zuzurechnenden Unterzüge hatten bauzeitliche Bemalungen. Die geschädigten Tragglieder wurden statisch entlastet und thermisch behandelt.

Die Konstruktion des Turmhelmes hatte sich in der Vergangenheit als zu weich für die Windbeanspruchung erwiesen: die großen Platten der Sandstein Deckung waren gebrochen. In Modellstudien erwiesen sich zwei Maßnahmen als wirkungsvoll: die ohnehin zu erneuernde Traglattung wurde statisch als „steife Tüte“ konstruiert, die inneren Konstruktion wurde mit einer Auskreuzung stabilisiert.