Sporthalle Philippinum

Baukonstruktion:
Bei dem Objekt handelt es sich um eine eingeschossige Halle in Massivbauweise. Die Halle ist mit einem Holzdach aus Leimbindern überspannt. Die Decke ist durch eine ballsichere abgehängte Decke verkleidet. Im Bereich der Umkleideräume / Tribüne ist eine Zwischendecke eingezogen. Die neue Fluchttreppe ist eine Stahlkonstruktion, die auf Einzelfundamenten gegründet wurde.

Veranlassung:
Im Rahmen der regelmäßigen Bauwerksprüfung des Hallendaches wurden Undichtigkeiten in der Flachdachabdichtung festgestellt. Die Instandsetzung des Sporthallendaches, für die eine geprüfte statische Berechnung aus dem Jahre 1973 vorliegt musste daraufhin geplant und umgesetzt werden. Aus diesem Grunde war auch eine neue statische Berechnung nach aktueller Normung erforderlich. Es resultierten in der Umsetzung Ertüchtigungen der Holzkonstruktion. Weiterhin ist aufgrund der größeren Dämmdicken eine Attikaerhöhung erforderlich.

Erweiterung des ev. Fröbelseminars

Die gesamte Maßnahme besteht aus dem Bau eines Schulgebäudes, einer Aula und einer Bibliothek. Das 3-geschossige Schulgebäude besteht aus Stb.-Decken und Stb.-Außenwänden. Die tragenden Innenwände werden aus Kalksandsteinmauerwerk hergestellt. Die gesamte Tragkonstruktion erreicht die Feuerwiderstandsklasse F90.

Die im Grundriss quadratische Aula besteht aus Stahlbeton-Außenwänden. Der Pultdachbereich der Aula wird durch Brettschichtholzbinder gebildet, der kleinere Flachdachbereich über eine Stahlbeton-Dachdecke. Die räumliche Stabilität der Aula-Konstruktion wurde ohne eine Scheibenausbildung des Holzdachbereiches, als räumliches System nachgewiesen.

Die Gründung des Hauptbaukörpers erfolgte gemäß Bodengutachten über eine elastisch gebettete Bodenplatte mit einer Stärke von 50,0 cm.

Umbau und Erweiterung Hauptbahnhof

Baubeschreibung
Der historische Bahnhofs Marburg wurde mit dem Bau der Main-Weser-Bahn 1850 errichtet. Das heutige Empfangsgebäude wurde im Zuge einer Erweiterung des Bahnhofs nach einem Entwurf des Architekten Alois Holtmeyer ersetzt. Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Die äußere neobarocke Form wurde nach Kriegsende weitgehend wiederhergestellt.
Hervorstechende Elemente sind die beiden Ziergiebel an der Südwestseite über dem Haupteingang sowie an der gegenüberliegenden Seite den Gleisen zugewandt.

Das Erdgeschoss beherbergt Geschäfte, Lokale und Räumlichkeiten der Bahn. Die oberen Geschosse werden als Büroflächen genutzt.

Abstimmung mit den Projektbeteiligten
Die vorhandene filigranen Ortbetondecken wurden erhalten und in situ instandgesetzt. Gemeinsam mit dem Bauherrn und der Denkmalpflege wurden Maßnahmen zur Verringerung der Beanspruchung getroffen.
Sowohl der Nordflügel als auch der Südflügel erhilten einen Aufzug als barrierefreien Zugang zu den Geschossen.
Im Spitzboden wurden durch den Einbau neuer Decken zusätzliche Flächen gewonnen.

Maßnahmen
Im Zuge des Umbaus mussten die Decken- und Dachstuhlkonstruktionen konstruktiv verstärkt werden.

Durch Einbeziehung der vorhandenen Substanz in die statische Berechnung konnten die Maßnahmen auf das notwendigste Maß reduziert werden. Hierdurch konnte ein Maximum an denkmalpflegerisch wertvoller Substanz erhalten bleiben.

Im Südflügel, im Bereich der ehemaligen Bahnhofgaststätte, wurde eine neue, leichte Zwischendecke aus einer Stahl-Holzkonstruktion eingebaut, diese trägt die erhöhten vertikalen Lasten ab. Die alte, nicht ausreichend tragfähige Decke mit der vorhandenen wertvollen Untersicht verblieb und übernimmt weiterhin die Aussteifungsfunktion.

Baulicher Brandschutz
Die Decken des Bahnhofs wurden brandschutztechnisch durch Beschichtungen und Spritzbeton ertüchtigt. Erforderliche Durchbrüche und Abschlüsse wurden statisch beratend begleitet.

Denkmalpflege
Bei der Umsetzung der Maßnahmen wurde durch Beachtung der denkmalpflegerischen Aspekte ein behutsamer Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz verwirklicht. Durch neue, moderne Materialien wurden erforderliche zusätzliche Elemente im Sinne der Lesbarkeit der Architektur kenntlich gemacht.

Dabei fügt sich die neue Architektur dezent in ihrer Leichtigkeit und Offenheit der Massivität des Altbaus. So entsteht als neuer Zugang zum Südflügel ein Treppenturm als Stahl-Glaskonstruktion, mit integrierten Aufzug, welche mit farbigem Photovoltaikgläsern belegt werden. Das Farbkonzept erfolgte in Abstimmung mit der Denkmalpflege.

Rathaus Goslar

Baubeschreibung
Das Rathaus ist ein wichtiges Beispiel der Hansezeit, die aufgehende Bausubstanz ist im 15. bis 17. Jahrhundert entstanden. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die typischen Raumstrukturen und Teile der Ausstattung dieser Zeit noch erhalten bzw. nachweisbar sind.
Das historische Rathaus Goslar soll zu einem kulturellen Kristallisationspunkt im Zentrum der Welterbestadt entwickelt werden. Am touristisch stark frequentierten Marktplatz mit bis zu 5 Millionen Tagesbesuchern pro Jahr gelegen, biete das Rathaus die Möglichkeit wesentlicher Anlaufpunkt zu werden.

Das Rathaus ist prägendes Element des Welterbe-Teilbereiches „Altstadt Goslar“. Durch die Umnutzung wird die sinnvolle und denkmalgerechte Nachnutzung des aktuell leer stehenden Gebäudes sichergestellt.

Maßnahmenbeschreibung
Erste Maßnahme des Projektes ist der Rückbau der öffentlichen WC Anlage und der zweigeschossigen Hofunterkellerung aus jüngerer Bauzeit. Für den Rückbau und die anschließenden Ersatzbauten ist ein aufwändiger Baugrubenverbau im Bestand mit Rückverankerung über Mikropfähle erforderlich. Der Neubau des Kellers erfolgt so, dass die Untergeschosse der Bestandsgebäude niveaugleich angeschlossen werden können. Auf der späteren Kellerdecke wird eine Atriumkonstruktion zur Innenhoferschließung einschließlich Zugangsbauwerk für die Untergeschosse entstehen. Für die Bestandsbauten des Nordwestflügels und Südwestflügels sin Unterfangungen erforderlich.

Für die verschiedenen Bauzustände ist vor allem die Befahrbarkeit mit den benötigten Baufahrzeugen (Bohrgeräte etc.) aus tragwerksplanerischer Sicht relevant. Im Nordwestflügel wird ein Fahrstuhlschacht mit Treppenanlage in Stahlbetonbauweise errichtet Die Außenwände bleiben erhalten. Die Gründung erfolgt durch Mikropfähle. An den Bestandsgebäuden erfolgt zunächst eine Schadens-untersuchung und – dokumentation es sind einige Instandsetzungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen erforderlich. Bei allen Maßnahmen sind die Vorgaben des Brandschutzes zu beachten.

Denkmalpflege
Die vorhandenen Räume sind entsprechend der neuen Nutzung und unter Berücksichtigung bauhistorischer und restauratorischer Befunde herzustellen.  Durch umliegende Grabfelder des ehemaligen Kirchfriedhofes und aufgrund des archäologisch wertvollen Gebietes stellen sich erhöhte Anforderungen an die Gründung und den Umgang mit dem Baugrund.

Förderung
Das Bauvorhaben ist ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit (BMUB). Es sind hohe Anforderungen an die Berichterstattung, Dokumentation, Termin- und Kostenkontrolle gesetzt.

Fachwerkgebäudeensemble Altstadt

Bau- und Maßnahmenbeschreibung
Die heutige Nutzung mit Hotel- und Gastronomie entwickelt sich über 3 Bauabschnitte durch Neuankauf leerstehender Fachwerkhäuser. Alle Häuser hatten, in unterschiedlichem Ausmaß, Probleme mit Feuchteschäden und Verformungen (bis zu 30 cm Deckendurchsenkung) bzw. Schiefstellungen. Ursache der Feuchteschäden waren mangelnde Bauunterhaltung (in Haus Fritzlarer Str. 3 echter Hausschwamm [BA 3/1], Ursache der Verformungen waren verrottete Schwellen und ein problematischer Baugrund. Die Verformungen mussten für die Hotelnutzung (Teilbereiche behindertengerecht, mit Aufzügen erschlossen) weitgehend zurück gebaut werden. Dies erfolgte in einem abgestimmten Konzept mit Hebungen ( Haus Rosengasse 1 [BA 2 / 2 ], um max. 21 cm), mit balkenoberseitigen Höhenausgleich und mit Rampen. Die überkommenden Gebäudestrukturen in der Ansicht und im inneren Gefüge konnten dabei weitgehend erhalten bleiben. Historische Bauteile wurden in traditioneller Handwerk – Technik repariert, neue Bauteile als Ingenieurholzbau bzw. in den Unter- und Erdgeschossen in Beton- und Mauerbau errichtet.

Erweiterungen
Unterkellerung in Bestand im Schutz einer HDI Unterfangung der Nachbarbebauung und unter „schwebenden“ Obergeschossen (mit abschnittsweiser Unterstützung). Die Stahl-Abfangungen der Obergeschosse konnte für die Hebevorgänge genutzt werden

Gebäudehebung
Der Hebevorgang wurde Ingenieurmäßig geplant und auf handwerkliche Weise mit Hydraulikhebern in cm Schritten nach Plan ausgeführt. Es gab keine Verscherung der Fachwerkwände, die Gefache der Obergeschosse blieben erhalten.

Um- und Ausbau Bahnhof

Baugeschichte
Mit dem Bau des Bahnhof Melsungen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen.

Der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet. Die Obergeschosse dienten dabei einer Büro- und einer Wohnnutzung. Aufgrund der abschnittsweisen Errichtung, wurden im Zuge der durchgeführten Bestandsaufnahme sehr unterschiedliche Trag- und Deckensysteme vorgefunden.

Der seit Jahren in weiten Teilen ungenutzte Bahnhof wurde von der Stadt Melsungen gekauft und einer neuen Nutzung zugeführt. Neben einem neuen Bistro und einem deutlich aufgewertetem Wartebereich im Erdgeschoss, wurden in den Obergeschossen vor allem Übungs- und Versammlungsräume für Vereine und die Volkshochschule geschaffen.

Maßnahmen & Besonderheiten
Bedingt durch die neue öffentliche Nutzung, zum Teil als Musikschule und Übungsraum für Gymnastikgruppen, musste für nahezu jede Decke eine Ertüchtigungslösung bezüglich Tragfähigkeit, Schallschutz und Brandschutz gefunden werden. Die einzelnen zu ertüchtigenden Decken wurden analysiert, bewertet und individuell betrachtet. Hierdurch war es möglich die bestehenden Tragkonstruktionen optimal in die Neuplanung zu integrieren und die zusätzlichen Maßnahmen auf das notwendige Maß zu reduzieren und somit auch Baukosten zu minimieren.

Einige Decken wurden im Bestand durch statische Maßnahmen ertüchtigt und blieben als Holzbalkendecke erhalten. In anderen Räumen wurden die vorhandenen Holzbalken über eine Schraubverbindungen in die neuen Betondecken eingebunden und als Holz-Beton-Verbunddecken ausgeführt. Im Bereich des Bistros war es erforderlich die Decken vollständig durch massive Betondecken zu ersetzen.

Brandschutz
Durch die Ertüchtigung der Holzbalkendecken als Holz-Beton-Verbunddecken konnten erhebliche Verbesserungen des Brandschutzes erzielt werden. Alle statischen Ertüchtigungen fanden unter Beachtung des konstruktiven Brandschutzes statt.

Kosten & Termine
Durch die eingehende, sehr detaillierte Bestandsaufnahme im Zuge der Vorplanung, konnten die Kosten und die Terminvorstellungen schon zu Beginn der Planungen realistisch dargestellt werden.