Sanierung Standesamt in 38300 Wolfenbüttel

Bauwerksbeschreibung
Bei dem Standesamt Wolfenbüttel handelt es sich um ein um 1710 errichtetes Fachwerkhaus. Das Gebäude mit ca. 21m Länge, 13m Breite und 15m Höhe wurde auf einem rechteckigen Grundriss mit beidseitig angeordnetem Risalit erbaut. Das mit Ziegelsteinen ausgemauerte Fachwerk besteht aus einer Mischung aus Eichen- und Nadelholz. Die Fachwerkfassade auf der Gebäudevorderseite wurde in der jüngeren Vergangenheit großflächig mit einem sehr starken Putzaufbau verdeckt. Auf der Gebäuderückseite wurde das gesamte Sichtfachwerk mit Epoxidharzspachtelmasse und einem zähelastischen Anstrich beschichtet. Die seitlichen Gebäudeteile sind teils mit Holzbalkendecken, teils mit Gewölben unterkellert. Im Gebäude befindet sich das Standesamt mit Büroräumen und dem barocken Trausaal mit Stuckdecke im 1.Obergeschoss.

Denkmalschutz
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Baumaßnahme erfolgte unter Begleitung durch Restauratoren und Bauforscher. Insbesondere die von unten mit bemaltem Putz und von oben mit historischem Parkett belegten Decken erforderten maßgenau zugeschnittene Lösungen bei Reparaturen und Ertüchtigungsmaßnahmen.
Reparaturen in den Fassaden erfolgten mit größtmöglichem Verzicht auf metallische Verbindungsmittel.

Schadensbeschreibung
In den Fassaden lagen fachwerktypische Schäden vor, die jedoch teilweise durch den zähelastischen Anstrich stark ausgeprägt waren. Zudem wurden im Bereich der Traufe/des Zwerchhauses auf der Vorderseite sehr umfangreiche Schäden durch den echten Hausschwamm festgestellt, die bis in die Stuckdecken hineinreichten.
Zusätzlich lagen Schäden infolge verformter und überlasteter Bauteile vor. So hatte u.a. die Setzung des Risalits um über 10cm dazu geführt, dass die gesamte Treppe aus ihren Anschlüssen gehoben war und notgesichert werden musste.

Maßnahmenbeschreibung
In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde zunächst eine umfangreiche Bestands- und Schadensaufnahme durchgeführt. Das gesamte Gebäude wurde statisch berechnet und Reparaturen für geschädigte Bauteile konstruiert und bemessen. Für die Decken über EG und OG wurden Ertüchtigungsvarianten abgestimmt und bemessen, um die bemalten Putzoberflächen zu erhalten und gleichzeitig die uneingeschränkte Nutzung als Standesamt zu ermöglichen. Dabei wurde auf maximalen Substanzerhalt und die Reversibilität der Reparaturen/Ertüchtigungen großen Wert gelegt.
Für die barrierefrei Erschließung wird im Innenhof ein außenliegender Fahrstuhl errichtet. Das Gebäude liegt innerstädtisch und hat sehr hohe Anforderungen bezüglich der Baustellenlogistik.

Translozierung eines Gewächshauses (Neu-Anspach)

Das Gewächshaus in Hüttenberg-Rechtenbach, wurde in das Freilichtmuseum Hessenpark Neu-Anspach transloziert.

Der Grundriss des Gewächshauses ist L-förmig. Die Tragkonstruktion des Arbeitsraums besteht aus einhüftigen Rahmen. In Nord-Südrichtung verläuft das Kulturhaus mit einem Rahmen im Satteldachform. An den Rahmen sind Pfetten angeschlossen und auf den Pfetten liegen die Metallprofile für die Verglasung auf.

Das Gewächshaus dient neben der Produktion auch der Präsentation und ist öffentlich zugänglich.

Die Metallkonstruktion und der Schornstein wurden transloziert. Die Gründung, der Sockel sowie die Verglasung wurden erneuert.

 

Schloss Rhoden – Deckensystem

Ausgangssituation:
Eine höhere Belastung der Decken, höhere Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit und erforderliche Reparaturen von Holzschäden sind typische Anlässe für das Ertüchtigen von Holzbalkendecken. Gerade in der Denkmalpflege, wo neben den Schutzzielen Tragfähigkeit, Schallschutz und Brandschutz noch der Erhalt des Zeugniswertes hinzukommt, gilt es, für den jeweiligen Einzelfall angemessene Lösungen zu entwickeln. Hierbei hat sich gezeigt, dass ein Einbinden der Tragwerksplaner in einem frühen Projektstadium, als Anwalt der Tragkonstruktion, von Vorteil ist, um auf die Konsequenzen hinzuweisen. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten wurden durch Kreativität und zielorientiertes Denken individuelle Lösungen nicht nur für statische Konstruktionen, sondern auch für die Nutzung und Raumanordnung gefunden. Für das Schloss Rhoden wurde für jedes der drei Geschosse unter Einbezug des Bestandes ein anderer Weg der Ertüchtigung gefunden.

Deckenkonstrunktion mit Mutter-/ Kindbalken:
Die Geschossdecken im Schloss Rhoden sind als sogenannte Mutter- / Kindbalken ausgebildet. Mit einem weiten Achsabstand von 2-3 Metern spannenkräftige Tragbalken (Mutterbalken) über große Spannweiten von bis zu 8,0 Meter. Dazwischen sind quer kleine Deckenbalken (Kindbalken) in einem engen Achsabstand verlegt, die oft in seitlichen Sassen in den Mutterbalken eingelassen sind.

Decke 2. OG:
Die Decke ist der Fußboden des nicht ausgebauten Dach-geschosses. Es konnte aus Gründen des Brandschutzes verbindlich festgelegt werden, dass auf dem Dachboden nichts gelagert wird. Dennoch konnten durch Schäden und Reparaturen die Deckenbalken nicht nachgewiesen werden. Aus einer früheren Nutzung gab es inzwischen statisch ungenutzte Längsunterzüge im Dachraum. An ihnen konnten die Lasten aus dem Dachfußboden hochgehängt werden.

Decke 1. OG:
Die Räume im ersten Obergeschoss werden als Büroräume genutzt. Optional sind verglaste Trennwände vorgesehen. Für die Ertüchtigung wurde eine schlichte Lösung mit einem untergesetzten Trägerrost aus Stahlprofilen gewählt. Nach Instandsetzung der niederländischen Deckenkonstruktion bestand der Bauherr auf eine praktische Lösung. Auch aus denkmalpflegerischer Sicht ist das Hinzufügen eine vertretbare Lösung, da die historische Balkenkonstruktion sichtbar bleibt.

Decke EG:
Für das Erdgeschoss mit öffentlicher Nutzung und Konferenzräumen sollte eine gestalterisch ansprechende Lösung erarbeitet werden. Die Mutterbalken wurden hier mit einer Stahlunterspannung ertüchtigt. Die gewählte Lösung verbirgt nicht, dass die Holzbalken an ihrer Belastungsgrenzen sind.

Neubau Salzhalle und Soleanlage

Fertige Salzhalle in der Frontalansicht und Soleanlage (links im Bild) . Rechts und links des Tores sind die Schwenkarme zwecks Befüllung, der Fahrzeuge mit Sole. Durch das ca. 10,0m hohe Lichtraumprofil der Halle, ist die Anlieferung mit Kippern effizient möglich. Die Höhe der angeschütteten Betonwände beträgt 5,0m

Gesamtansicht des ca. 25m hohen Salzsilos. Mit Durchfahrt und Brücke aus Stahlträgerkonstruktion. In Spitzenzeiten können auf diese Art Fahrzeuge sowohl aus dem Silo, wie auch mit Radlader aus der Halle gleichzeitig beladen werden.
Durch entsprechende Fördertechnik kann die Silobefüllung sowohl vom LKW eingeblasen werden, wie auch alternativ aus dem Salzlager.

Zeitnahe und vorrausschauende Bauüberwachung in enger Zusammenarbeit mit dem AG, aber auch mit der ausführenden Firma tragen zur Sicherstellung des Bauerfolges bei. Oben: Prüfung der angelieferten Silounterkonstruktion aus Stahl.

Bahnhof Hofgeismar

Baubeschreibung:

Der Neubau des Bahnhofs Hofgeismar gliedert sich in mehrerer Objekte, für welche wir die Leistungen der Tragswerksplanung ausgeführt haben. Die Anlagen des Bahnhofs wurden komplett neu errichtet und schließen an die vorhandene Starßenbrücke sowie die bestehenden Verkehrsverbindungen an. Das Servicegebäude ist ein eingeschossiger Neubau aus Holzständerwänden, der auf eine Betonbodenplatte gegründet ist und mit einem Pultdach mit leichter Neigung überspannt ist. Er beinhaltet ein Servicebereich mit Bistro und Warteraum, Sanitäranlagen, Fahrradparkhaus sowie die technischen Räume für den Bahnhofsbetrieb. Im Bereich der Gleisanlagen wurde ein neues Haltestellendach aus eingespannten Stahlbauteilen im Betonfundament mit aufgesetztem Glaspultdach ausgeführt. Der Bahnhofsvorplatz ist durch ein Flachdach überdacht.

Aufzug:

Zur Anbindung des Bahnhofsgeländes an die ehemalige, ortsdurchführende Bundesstraße wurde ein Aufzug konzipiert, der den kurzen, barrierefreien Zugang sicherstellt. Aufgrund des schlechten Baugrunds war eine Gründung des Aufzugs auf Mikropfähle erforderlich.

Schloss Rhoden

Baubeschreibung:
Das Schloss Rhoden in Diemelstadt (Nordhessen) ist ein früher Barockbau am Standort einer mittelalterlichen Burg der Fürsten von Waldeck. Der Entwurf stammt vom französischen Architekten Belle-Roche. Geprägt ist die Konstruktion vom holländischen Zimmermeister Peter Jeanson mit einer typischen Renaissance-Bauweise. Realisiert wurde eine unsymmetrische Dreiflügelanlage. Die letzte Nutzung als Altenheim liegt bereits mehrere Jahre zurück. Schon lange davor waren die großzügig angelegten Räume kleinteilig unterteilt worden. Nach längerem Leerstand konnte eine Nutzung als Verwaltungs- und Bürogebäude entwickelt werden. Hauptmieter ist der regionale Energieversorger. Die Anlage wird in zwei Bauabschnitten instandgesetzt, saniert und umgebaut. Mit Fertigstellung des 1.BA im Sommer 2015 waren West- und Nordflügel bezogen worden.

Bestands- und Schadensaufnahme:
Die statisch-konstruktive Bestandsaufnahme während des Rückbaus der nachträglich eingebauten kleinteiligen Raumstruktur ließ die ursprüngliche Tragkonstruktion wieder erkennen. Die außergewöhnliche Dachkonstruktion zeigte erhebliche Feuchte-Schäden an den in das Mauerwerk eingemauerten Krummspannern. Dadurch wurden horizontale Dachlasten in die gegliederten Mauerwerkspfeiler der Außenfassade eingeleitet und führten dort zu erheblichen Ausbauchungen. Die Deckenkonstruktionen wiesen ebenfalls Feuchteschäden an beiden Auflagern der Mutterbalken im Außenmauerwerk auf.

Instandsetzungskonzept:
Das leerstehende  Schloss wurde für eine repräsentative Büronutzung umgestaltet und instandgesetzt. Instandsetzungsziel war die Wiederherstellung des historischen Raumkonzeptes mit Mittellängsunterzügen. Bei vorherigen Baumaßnahmen wurden zusätzliche Wände eingebaut um die Standsicherheit zu gewährleisten. Der Ausbau der nachträglich hergestellten Wände erforderte neben den Instandsetzungen der Schäden neue Ersatzkonstruktionen, um die Standsicherheit der Holzbalkendecken zu verbessern.

Ertüchtigungsmaßnahmen:
Die statisch-konstruktive Ertüchtigung erfolgte in den repräsentativen Räumen durch Unterspannung, wodurch die historische Deckenkonstruktion erlebbar bleibt und die moderne Zutat auch vom Laien als diese erkannt werden kann. Dies stellt eine effektive Verbesserung der Standsicherheit dar. Gleichzeitig verringert sich die Schwingungsempfindlichkeit deutlich. In weniger repräsentativen Räumen werden die Deckenbalken durch Stahlträger zusätzlich gestützt.

Reparaturdetails:
Die Reparatur geschädigter Deckenbalken erfolgte über Blattverbindungen. Der Vorteil einer Blattverbindung liegt gegenüber konventionellen beidseitigen Laschen in der Querschnittstreue der Konstruktion.

Teufelsbrücke

Baubeschreibung:
Bad Karlshafen liegt am Zusammenfluss von Weser und Diemel nördlich von Kassel. Landgraf Carl von Hessen-Kassel ließ in der Hugenottensiedlung Anfang des 18. Jahrhunderts eine Hafenanlage bauen. Sie war Teil eines größeren Planes, der einen Kanal von der Weser bei Bad Karlshafen über die Diemel bis zur Lahn vorsah, jedoch nur in geringen Teilen umgesetzt wurde.

Das Hafenbecken ist ca. 148m lang und 56m breit. Der an die Diemel anschließende Kanal ist ca. 190 m lang und ca. 8.5 m breit. Die sogenannte Teufelsbrücke quert diesen Zulaufkanel als Fußgängerbrücke.

Maßnahmenbeschreibung:
Die Hafenmauern werden in zwei Bauabschnitten instand gesetzt. Im Ersten Bauabschnitt, 2014 – 2016, wurden auch die Mauern des Zulaufkanals von der Diemel bearbeitet, über den die Teufelsbrücke spannt. Der Vorgängerbau war ähnlich konstruiert, die in das Mauerwerk eingelassenen Stahlträger und der Aufbau waren jedoch so stark geschädigt, dass eine Instandsetzung sehr aufwändig und unwirtschaftlich gewesen wäre. Die Brücke wurde daraufhin nach dem historischen Bestand rekonstruiert.

Denkmalpflege:
Bei der Rekonstruktion wurde darauf geachtet, die Brücke möglichst originalgetreu herzustellen. Wiederverwendbare Teile des Geländers wurden aufgearbeitet und teilweise ergänzt. Um die Vorgaben der Landesbauordnung bezüglich der Absturzsicherung einzuhalten, wurde vor das Geländer ein kaum sichtbares Edelstahlschutznetz eingebaut.

Bauablauf:
Die Fundamentarbeiten fanden parallel zur Mauerwerksinstandsetzung statt. Nach Herstellung der Fundamente wurden die Brückenabmessungen exakt ermittelt und die Brücke anschließend im Werk vorgefertigt. Mit einem Tieflader angeliefert wurde sie mittels Kran eingehoben. Anschließend erfolgte die Sandsteinverkleidung der Fundamente analog der historischen Mauern.