Kath. Kirche St. Georg Großenlüder

Baubeschreibung

Der Dachstuhl der Kath. Kirche Großenlüder wurde als liegender Stuhl in Satteldachform über dem Kirchenschiff und Chor (Hauptdach) ausgebildet. Über den beiden Querhäusern ist er in Walmdachform und auch als liegender Stuhl vorhanden. Der Kirchenraum schließt mit einer Tonnendecke aus Putz und Stuck zum Dachraum ab, welche von einer Holzkonstruktion getragen wird. Die Deckenbalken hängen an zwei Überlegern, die wiederum von zwei Hängesäulen in den Vollgespärreachsen hoch gehängt werden. Die Ursprüngliche Dachkonstruktion bestand ausschließlich aus Eichenholz. Frühere Sanierungen wurden zum größten Teil aus Nadelholz, zum Teil aus Eichenholz ausgeführt.

 

Maßnahmenbeschreibung

Die Kirchengemeinde hat die Instandsetzung des Kirchengebäudes beabsichtigt. Bei Untersuchungen am Dachtragwerk wurden Holzfeuchteschäden an neuralgischen Bereichen festgestellt, die die Tragfähigkeit der Konstruktion beeinflusst haben. Zudem waren Risse an der Untersicht der Decke des Kirchenraumes vorhanden, die auf beschädigte Vouten zurückzuführen waren. Durch unser Instandsetzungskonzept wurde nachgewiesen, dass das Dachtragwerk in seiner bauzeitlichen, als auch durch Instandsetzungsmaßnahmen von 1936 ertüchtigten Konstruktion tragfähig ist. Die Ausführungsplanung und Umsetzung der Instandsetzung des Holztragwerkes berücksichtigte den geringstmöglichen Eingriff in den historischen Bestand.

Katholische Kirche St. Markus (Fulda-Haimbach)

Baubeschreibung

Die Bauzeit des Kirchturms der kath. Kirche in Fulda-Haimbach reicht zurück in das 12./13. Jh. Das Kirchenschiff wurde durch einen Brand im Dreißigjährigen Krieg zerstört und in der Barockzeit erneut aufgebaut.

Der auch als Wehrturm erbaute Kirchturm wurde als viergeschossiger gedrungener Mauerwerksturm errichtet. Die hölzerne Dachkonstruktion des Turmhelms beschreibt die Dachform einer quadratischen Pyramide, die durch Aufschieblinge verbreitert wird. Die Ebene 0 und 1 werden durch Tonnengewölbe überspannt. Den oberen Abschluss von Ebene 2 und 3 bilden Holzbalkendecken. Die Glockenstube befindet sich über Ebene 3.

Maßnahmenbeschreibung

Das Fassadenmauerwerk des Kirchturmes wies Risse und Ausbauchungen auf. Zudem war die Verfugung des Mauerwerks weitgehend abgängig.
Die Gründe für die Schäden im Mauerwerk sind vor allem auf den schlechten Verband des Bruchsteinmauerwerks und eine harte Zementverfugung an den Außenseiten zurückzuführen. Die Zementverfugung hat ein Ausdiffundieren von eingedrungenem Niederschlagswasser verhindert. Außerdem hat der Horizontalschub aus dem Gewölbe zum Aufreißen des Turmmauerwerks auf ganzer Tiefe beigetragen.
Die hölzerne Dachkonstruktion wies teilweise pflanzliche und tierische Schädlinge auf.

Die Instandsetzung beinhaltete Injektions- und Vernadelungsarbeiten des Mauerwerks in den Bereichen der Risse. Zudem wurden zwei Zuganker zur Aufnahme des Horizontalschubs des Gewölbes eingebaut und vorgespannt. Dazu wurde durch Anziehen der Spannmutter und Eigenfrequenzmessung der Ankerstäbe die ermittelte Vorspannung von ca. 30 kN aufgebracht.

Die beschädigten Hölzer der Dachkonstruktion wurden ausgetauscht.

St. Nikolauskirche Sachsenhausen – Gewölbe

Vorgeschichte:
Die Sankt Nikolauskirche von Sachsenhausen wurde Mitte bis Ende des 13. Jahrhunderts erbaut. 1562 stürzte der Turm ein und zerstörte das Gewölbe. Im Jahr 1563 wurde alles wieder aufgebaut. Die Kirche weist einige geometrische Unregelmäßigkeiten auf, die in Zusammenarbeit mit Bauforschern untersucht wurden. Durch die daraus resultierenden Bauphasen konnte in „gebaute“ Unregelmäßigkeiten, konstruktive Mängel und Schäden Unterschieden werden. Der Turm wurde im Wiederaufbau nicht mehr langrechteckig sondern quadratisch ausgeführt. So musste die Verbindung der Joche schräg ausgebildet werden. Dies führte zu einem S-Förmig verzogenen Gurtbogen zwischen dem verzogenen und dem anschließenden regelmäßigen Gewölbe. Dieser Zustand führte zu einer unregelmäßigen Überwölbung im verzogenen Gewölbe und einem negativen Durchhang. Die massive Ausführung der Gewölbe führt zu erheblichem Horizontalschub auf die Längswände und verursachte eine Neigung der Längswände bis ca.30 cm. Durch die Vielzahl von Schäden und konstruktiven Mängel an der Kirche, musste ein Gewölbeabschnitt, mit einem Traggerüst, notgesichert werden. Hierzu wurde in 10cm Abstand zum Gewölbe Schalung aufgebaut und zwischen reversible Trennlagen druckfester Bauschaum gespürt.

Bauabschnitte:
Die Sanierungsmaßname beginnt auf der Nordseite des Kirchenschiffes mit der Instandsetzung der Mauerkronen und Gewölbeflächen, Sanierung des Holzwerks im Dach sowie Kehlen und Dacheindeckung. Dazu kommt der Einbau der zweiten Ankerkette und partiellen Verfugung der Außenwände. Im Anschluss Folgt in gleicher Reihenfolge die Südseite und dann der Chor der Kirche.

Maßnahmen:
Das vorhandene Gewölbe wurde durch eine überliegende Betonkonstruktion ertüchtigt. Verwendung fand ein Leichtbeton, um die Verformungseigenschaften denen des Mauerwerks anzupassen. Zur konstruktiven Trennung der Betonbauteile vom Bestand wurde ein Kalkmörtelpolster zwischengearbeitet.

Martinskirche Kassel – Gewölbe

Gewölbeinstandsetzung
Im II. Weltkrieg blieben von der gotischen Martinskirche nur die Fassade und die unteren Teile der Türme erhalten. Ab 1956 wurde sie wiederaufgebaut. Dabei wurden die zerstörten Gewölberippen durch Bimsbetonfertigteile und die Gewölbekappen durch 11-12 cm dickes Bimssteinmauerwerk wiedererrichtet. Im Laufe der Zeit entstanden in den Gewölben immer mehr Risse, Abstürze von Putzstücken bedrohten die Verkehrssicherheit der Besucher.

Als Rissursachen konnten Glockengeläut und Erschütterungen aus Verkehr ausgeschlossen werden. Die Risse entstanden im wesentlichen aus Zwängungen durch Temperaturänderungen.

Die Risse wurden geöffnet und durch Injektion mit weichem Mörtel in der Tiefe druckfest geschlossen. An den Rippen erfolgte lokal eine Betoninstandsetzung. Die noch festen Putzflächen wurden angeraut und mit Haftgrund gestrichen.

Mit einem weichen Putz mit Gewebeeinlage wurden schnelle Temperaturänderungen abgepuffert. Das Gewölbe ist heute rissfrei..

Kirche St.Urbani: Gerüst

Vorgeschichte:
Bei einer Sanierung 2003 durch Dritte wurde das geschädigte Mauerwerk der Turmes injiziert. Zusätzlich ergab sich bei der Nachbehandlung der Neuverfugung ein Wasserschaden. Nach einem Jahr traten umfangreiche Rissschäden auf, die kontinuierlich zunahmen. Ausbauchungen kamen hinzu. Wir wurden parallel zu einer juristischen Auseinandersetzung mit der Zustandsbeobachtung, -analyse und Installation einer Notsicherung beauftragt. Der gutachterliche Sachverständige empfahl einen Abriss und Neuaufbau. Durch unser Büro wurde ein Instandsetzungskonzept vorgelegt, dass eine denkmalgerechte und wirtschaftliche Instandsetzung im Bestand ermöglicht.

Gerüststellung:
Durch den sehr hohen Anteil an Mauerwerk, das aufgenommen und neu aufgemauert werden musste, wurde das Gerüst so dimensioniert, dass das ausgebaute Steinmaterial auf dem Gerüst gelagert werden konnte. So entfiel der aufwändige Transport nach unten und später wieder hinauf.

Gelöst wurde dies zum Einen durch eine entsprechende Gerüstklasse, zum Anderen durch drei voreinander liegende Gerüstlagen. Diese dienten zudem, gemeinsam mit vielen Diagonalen zwischen den Ebenen, zur Aussteifung, da das Gerüst aufgrund des Rückbaus und der Montageabstützung frei stehend war und nicht im Gebäude verankert werden konnte.

Um das Gewölbe des Kirchenschiffes nicht zu belasten, wurde das Gerüst an der Ostseite über dem Kirchenschiff als Hängegerüst an Gitterträgern montiert. Für die Gerüststellung war ein statischer Nachweis erforderlich.

Abstützung des Daches:
Durch den erforderlichen Teilrückbau der tragenden Außenwände war es notwendig, die Lasten des Turmhelms einschließlich Schieferdach über eine eigene Abstützkonstruktion abzutragen.

Diese Abstützung wurde in das Gerüst druch Schwerlaststützen integriert. Nur so war es möglich auch die ebenfalls aufwändige Montageabstützung zwischen Gerüst/Abstützung und Mauerwerk einzubauen.

 

Kloster Lorsch

Das Kloster Lorsch wurde 764 gegründet und war bis zum hohen Mittelalter ein Macht-, Geistes- und Kulturzentrum. Von der einst bedeutenden frühmittelalterlichen Klosterstadt sind als bauliche Zeugnisse die karolingische Torhalle (“Königshalle”), ein romanischer Kirchenrest (Kirchenfragment) und Umfassungsmauern erhalten geblieben und heute Welterbestätte der UNESCO. Das Kirchenfragment ist die Vorkirche der ehemaligen romanischen Klosterkirche. Zu den wenigen bewahrten Bauten des ehemaligen Klosters und Stifts Lorsch gehört die, zu großen Teilen erhaltene, Umfassungsmauer. Mit 3–4 m Höhe und einer Länge von fast 500 m ist sie das größte noch stehende Monument des Klosters. Sie wurde im Laufe der Zeit erdangeschüttet. Die Zehntscheune ist ca. 200 Jahre alt.

Alle Planungsaufgaben wurden interdisziplinär im Team, bestehend aus Bauherr, Denkmalpflege, Bauforschung, Architekt, Restaurator und Tragwerksplaner zirkulär bearbeitet. Dadurch ergaben sich der Bedeutung des Welterbes entsprechend, angemessenen Instandsetzungen.

Kirchenfragment: Das Kirchenfragment soll wieder als sakrales Gebäude erlebt werden können. Die als Notsicherung verstandene Zumauerung der Arkadenbögen aus den 50 Jahren konnte zurückgebaut werden, weil wir die Tragfähigkeit der brandgeschädigten Stützen als ausreichend bestimmen konnten. Der östliche Raumabschluß wurde durch modernes Mauerwerk erneuert mit einer auch für den Baulaien erkennbaren deutlichen Fuge zum historischen Bestand.

Umfassungsmauer: Die Umfassungsmauer wurden behutsam instandgesetzt und mit Kalkmörtel verfugt. Entsprechend den baubegleitend identifizierten Bauphasen, gab es differenzierte Konzepte der Eingriffe.

Zehntscheune: Die Zehntscheune wird zukünftig als öffentliches Schaudepot genutzt. Die Dach- und Deckenbalkenkonstruktionen weisen Schäden durch tierischen Befall auf. Die Reparatur geht einher mit lokalen Ertüchtigungen, die die Aussteifung verbessern und eine dauerhafte Dacheindeckung ermöglichen. In Absprache mit dem Bauherrn wird die zulässige Belastung der Decken über EG eingeschränkt, um die historische Untersicht der Holzbalkendecken nicht einzuschränken. Ertüchtigt wurde nur der Mittellängsunterzug.

Klosterkirche Haina

Instandsetzung Vierungsturm 2012:

Aufgabenstellung bei der Instandsetzung der Unterkonstruktion des Vierungsturmes: Vorgezogene Teilinstandsetzung des Vierungsturmes um die Einrüstung des Vierungsturmes 2013/14 wirtschaftlicher ausführen zu können. Abschnittsweises Abfangen des ca.59 m hohen Vierungsturmes, um achsentreue Reparaturen ausführen zu können. Weitestgehender Substanzerhalt: Reduzierter Gesundschnitt hausschwammgeschädigter Hölzer nach Vorgabe unseres Holzschutzsachverständigen. Konservative Instandsetzung der Barockkonstruktion; Statische Ertüchtigungen beschränken sich auf Hinzufügungen des 19. Jh.

Instandsetzung Kirschenschiff 2013:

Aufgabenstellung bei der Instandsetzung des Dachtragwerkes über dem Kirchenschiff: Reparaturen finden unter geschlossener Dachhaut statt. Weitestgehender Substanzerhalt durch Herausschneiden von Nassfäulen. Angrenzendes kerniges Holz bleibt unter Beachtung statischer Erfordernisse stehen. Verwendung von Reparaturdetails in Anlehnung an vorhandene, historische Reparaturen.

Marienkirche Rockenberg

Die Marienkirche Rockenberg ist ein Kulturdenkmal nach §2 des hessischen Denkmalschutzgesetzes. Die neue Klosterkirche wurde 1737 fertiggestellt. Es handelt sich um einen gestreckten Saalbau mit geradem Chorschluß. Über der Westseite befindet sich ein sehr schlanker, gestaffelter Haubendachreiter.
Der ca. 20m hohe Kirchturm ist in das Dach auf die Decke eingestellt Als Dachreiter erscheinen die obersten 12 m, Turm und Dach sind verschiefert.
Das Kirchendach ist ein Kehlbalkendach mit zweistöckigen liegenden Stühlen. Die Holzbalkendecke mit Lehmeinschub ist zu den Außenwänden mit Vouten versehen. Unterseitig ist die Decke mit wertvollem Rokokostuck versehen.
Erarbeitung von objektbezogenen Details im Zuge des Instandsetzungskonzeptes, die ohne die wertvolle Raumschale zu berühren, ausführbar sind. Details als Grundlage für die Kostenschätzung
Entwicklung von intelligenten Gerüstkonzepten bezogen auf die vorhandene Konstruktion und die Lage innerhalb der JVA

Stiftskirche Oberkaufungen

Die heute als evangelische Gemeindekirche genutzte ehemalige Klosterkirche geht auf eine Stiftung der Kaiserin Kunigunde zurück, die selbst in das Kloster eintrat und 1053 dort starb. Die Stiftskirche ist seit dem Jahr 1532 der hessischen Ritterschaft übergeben und ist heute Teil des Ritterschaftlichen Areals mit Verwaltungs- und landwirtschaftlich genutzten Gebäuden.

Die Kirche gilt als bedeutendes Werk spätottonischer Kunst. Der im Inneren 1938 freigelegte Westbau mit Bogenarkaden stammt noch aus vorromanischer Zeit.

Im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts begann der Umbau zu einer gotischen Hallenkirche. Es folgten weitere Umbau-und Erweiterungs- phasen, die durch eine begleitende Bauforschung im Rahmen der Maßnahme neu differenziert, abgegrenzt und datiert werden konnten.

Das Bauwerk wird seit 2008 mit Mitteln der Landeskirche, des Landes Hessen und des Bundes instandgesetzt. Im Herbst 2015 waren mit dem 7.BA die statisch/konstruktiven Maßnahmen abgeschlossen.

Die Außenwände der Seitenschiffe sind stark geneigt und wurden durch Vernadelung und Injektion stabilisiert. Wegen der empfindlichen Bemalung auf der Innenseite ist die Maßnahme auf wenige Aussteifungspfeiler reduziert. Der Kalkmörtel für die Injektion ist aufgeschäumt und trägt weniger Wasser ins Mauerwerk ein.

 

Der Spitzsäulen-Dachstuhl über dem Mittelschiff hatte umfangreiche Schwamm-Schäden an den Dachfußpunkten. Vom Tragwerksplaner wurde zusammen mit dem Holzschutzsachverständigen im Büro HAZ ein differenziertes Programm für die Bekämpfung und die Reparatur mit minimierten Rückschnittslängen realisiert.

Die Hochhängung der Deckenbalken an die Spitzsäulenebene war in gotischer Bauweise ohne eiserne Zugbeschläge realisiert. Bei rechnerischem Ansatz der Tragfähigkeit von hist. Zapfen und Holznägeln mit Modellen aus der aktuellen Forschung wurden für die neu hinzukommenden Lasten filigrane Hinzufügungen geplant.

Einen umfangreichen Schwamm-Befall gab es auch unter dem konstruktiv problematische Ansatz der Seitenschiffdächer an das Mittelschiffdach. Die heute klimatisch dem Innenraum zuzurechnenden Unterzüge hatten bauzeitliche Bemalungen. Die geschädigten Tragglieder wurden statisch entlastet und thermisch behandelt.

 

Die Konstruktion des Turmhelmes hatte sich in der Vergangenheit als zu weich für die Windbeanspruchung erwiesen: die großen Platten der Sandstein Deckung waren gebrochen. In Modellstudien erwiesen sich zwei Maßnahmen als wirkungsvoll: die ohnehin zu erneuernde Traglattung wurde statisch als „steife Tüte“ konstruiert, die inneren Konstruktion wurde mit einer Auskreuzung stabilisiert.

Über der Vierung waren erhebliche Verformungen in der Decke vorhanden. Frühere Generationen haben durch Einbau eines Überliegers versucht die Standsicherheit zu verbessern und die Verformungszunahmen auszuschließen, ohne Erfolg.

Unsere Planung verbindet die vorhandenen Bauelemente Unterzug und Überlieger durch den reversiblen Einbau von Zugstreben (blau markiert) zu einem Fachwerkträger. Standsicherheit und Steifigkeit konnten so mit geringem Aufwand erheblich verbessert werden, so dass der Einbau einer dämmenden Leichtlehmschicht problemlos möglich war.

Jugend-Kultur-Kirche S. Peter

Maßnahmenbeschreibung:
Der Kirchturm der JugendKulturKirche S. Peter in Frankfurt wurde in den Jahren 2013 – 2015 instandgesetzt. Am Mauerwerk des Turmes wurden steinrestauratorische Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Weiterhin wurde die Brüstungsverankerung ertüchtigt und Windeisen zur Aussteifung montiert. Im Innern des Turmes wurde die Holzbalkendecke über der Glockenstube ertüchtigt. Zur Instandsetzung der Turmspitze mit Kreuzblumen und Kreuz wurde diese demontiert und nach der Instandsetzung in der Werkstatt des Restaurators wieder montiert. Der Turmschaft hat einen Grundriss von ca. 10 x 10 m. Der Turm eine Gesamthöhe von 76 m.

Gerüstbaumaßnahmen:
Das Gerüst wurde als Stahlrohr-Kupplungs-Gerüst geplant und ausgeführt. Nur so war es möglich, auf baulichen Bedingungen flexibel zu reagieren. Mehrere Vorbauten und Teile des Kirchenschiffs mussten überbaut werden. Der Bereich der Turmuhr musste für deren Aus- und Einbau frei überbaut werden. Die Einrüstung der Turmspitze musste auskragend ausgeführt und geplant werden, da wegen Kippgefahr der Turmspitze keine Verankerung möglich war. Alle Verbindungen musste zug- und druckfest ausgeführt werden. Die Aussteifung erfolgte über umlaufende Gitterträger, die als Ringanker dienten. Für die statischen Nachweise wurden komplexe konzeptionelle Überlegungen notwendig und Sicherheitsreserven mussten hinterfragt werden. Die Lasten des Innengerüstes (in der Turmspitze) wurden über Stahlprofile in die Turmwände geleitet, da die vorhandene Holzbalkendecke nicht tragfähig genug war. Für die Stahlprofile mussten in 36 m Höhe Kernbohrungen in das Mauerwerk erstellt werden. Das Innengerüst in der Turmstube musste so konstruiert werden, dass die Glocken auch während der Ausführung witer spielen konnten. Das Außengerüst wurde über Treppenturm und Aufzug erschlossen.

Besonderheiten / Baustelleneinrichtung:
Aufgrund der innerstädtischen Bebauung musste die komplette Baustelleneinrichtung auf dem räumlich begrenzen Areal der Kirche untergebracht werden. Der Bauzaun wurde als Blickdichter Holzzaun ausgebildet. Zur Kontrolle der statischen Annahmen war die Montage eines Windmessers zur Kontrolle der Windgeschwindigkeiten erforderlich.